Katholische Kirchengemeinde St.Martin - Leutkirch im Allgäu
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Der Kirche ein Gesicht geben!

So lautet das Jahresthema unserer Kirchengemeinde St. Martin mit allen Filialgemeinden für die Jahre 2017/18. Ich bin froh und dankbar für diese Überschrift, denn sie macht bei aller Offenheit deutlich, dass es auch an mir liegt, wie die Kirche aussieht.
Im Kirchengemeinderat beschäftigen wir uns oft mit der äußeren Gestalt von Kirche. Es geht um Bausachen, es geht um die finanziellen Mittel dafür, es geht um Renovierungen und Erhaltungsmaßnahmen an unserer Pfarrkirche und an den Kapellen in den Außenorten. All das ist wichtig! Unsere Kirchengebäude geben ein Zeugnis unseres Glaubens über Generationen hinweg. Was wir heute schaffen und erhalten, das werden die zukünftigen Bewohner Leutkirchs noch vor Augen haben. Das ist eine Verpflichtung für alle, die heute dafür Verantwortung tragen. Diese Fragestellung wird uns sicherlich in diesen beiden Jahren maßgeblich beschäftigen, denn immerhin werden wir die Weichen stellen für die 500–Jahr–Feier unserer Pfarrkirche St. Martin. Ihre heutige Gestalt verdanken wir den Altvorderen und den Entscheidungsträgern der Renovationsjahre. Aber ist das noch die Gestalt, die den heutigen Bedürfnissen angepasst werden kann? Können wir so noch Gottesdienste gestalten, die Menschen von heute ansprechen und bewegen? Wie muss eine Kirche heute aussehen, um darin zeitgemäße Liturgie zu feiern? Müssen Veränderungen gewagt werden oder muss nicht gerade alles daran gesetzt werden, die Kirche in ihrer heutigen Form zu erhalten?
Wie gesagt, das sind wichtige und entscheidende Fragen, die nicht leichtfertig beantwortet werden können.
Der Kirche ein Gesicht geben – das geht aber noch sehr viel tiefer. Wer oder was ist Kirche überhaupt? Geht es hier tatsächlich um Bauwerke? Oder geht es hier nicht vielmehr um die innere Gestalt der Kirche, um die Gemeinschaft der Glaubenden – in Leutkirch und weit darüber hinaus? Wie soll, wie kann, wie muss eine Institution aussehen, die mir Heimat und Rückhalt bieten kann? Und wie wird die Gemeinschaft der Kirche in Zukunft aussehen? Alle sagen uns, dass die Zeit der Volkskirche längst abgelaufen ist. Was aber ist dann unsere Kirche? Und wie wird sie aussehen?
Der Kirche ein Gesicht geben – Claudio Uptmoor hat das Jahresthema in ein Mandala oder einen Entwurf eines Kirchenfensters umgesetzt. Und dabei ganz viele uns bekannte Gesichter verwendet. Geben wir tatsächlich unserer Kirche ein Gesicht?

Geben wir der Kirche in Leutkirch unser Gesicht? Ich möchte dazu ermutigen, die eigenen Ideen und Vorstellungen von Kirche zur Sprache zu bringen und sie zur Diskussion zu stellen. Denn Kirche kann nichts individuelles sein, sondern ist immer auf die Gemeinschaft verwiesen. Und trotzdem kann ich da ganz persönlich darin vorkommen. Das Kunstwerk von Claudio Uptmoor macht uns das deutlich.
Der Kirche ein Gesicht geben – Der Name unserer Stadt sollte uns Programm sein: Leutkirch, die Kirche der Leute. Geben auch Sie unserer Kirche Ihr Gesicht!
Diakon Rainer Wagner

 
 
 

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