Katholische Kirchengemeinde St.Martin - Leutkirch im Allgäu
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Wie und wo sprechen wir über Kirche?

Leo ist 10 Jahre alt, getauft, Erstkommunion. Sonst mit Kirche nicht viel am Hut. Wie seine Eltern und seine kleine Schwester Lara. Die Kirche sehen sie bei Festen ihrer Kinder von innen, oft von außen beim Einkaufen in der Stadt. „Kirche gehört dazu, ist uns wichtig“, erzählt die Mutter, mit der Einschränkung, dass sie von der Gemeinde aber auch nicht viel weiß. „Den Pfarrer hab ich erst bei der Erstkommunion kennengelernt.“
Der Kirche wohlgesonnen, Kirchensteuerzahler, immer wieder Berührungspunkte mit Kirche. Manchen treuen Kirchgänger verleitet das zur Frage „nicht mehr“? Oder ist das ganz schön viel, was Leos Familie an Kirche erlebt? Katholischer Kindergarten, Reli-Unterricht, Familienfeste, Oma im Pflegeheim, betreut von der Hospizgruppe, kirchliche Hochzeit. Vielleicht eine typische katholische Leutkircher Familie. Sie machen sich nicht viel Gedanken über Kirche. Unbewusst erleben sie Kirche an vielen Orten, können aber Kirche nicht als Kirche einordnen. Denn: Wer erzählt ihnen davon? Wo sprechen wir über unsre Kirche in Leutkirch? Wie kommunizieren wir?



Kirche und Kommunikation. Unser Kirchengemeinderat ist seit einigen Sitzungen an diesem Thema dran. Bei allem was gesprochen und entschieden wurde, kam die gleiche Feststellung. Kirche verändert sich. Damit gemeint ist auch die Veränderung, die wir bei den Kirchenmitgliedern wahrnehmen. Der Sonntagsgottesdienst ist der Ort der Kommunion, aber ein Ort, wo nur ein Bruchteil der Kirchenmitglieder in Leutkirch miteinander in Kontakt kommt. Das ist so, weil sich eben vieles verändert (hat): Bedürfnisse und Lebenseinstellungen, die Gestaltung der Freizeit und die Haltung zur Kirche. Gleichzeitig nehmen wir wahr, wie wichtig vielen Menschen kirchliche Feiern sind. Bei Taufen und Hochzeiten, bei Schulgottesdiensten, in der Jugendarbeit oder bei Beerdigungen sind wir mit vielen Menschen in Kontakt, die nicht zur Gottesdienstgemeinde am Sonntag gehören und dennoch Kirche sind. Es gibt viele Schritte und Ideen, wie wir mit ihnen in Kommunikation kommen können. Aber kein PrintMedium und keine Homepage können den persönlichen Kontakt ersetzen.
Was wir tun können, ist es, Kirche ins Gespräch zu bringen. Deshalb hat der Kirchengemeinderat beschlossen, das Kirchenblatt Leutekirche neu aufzustellen. Ab dem 1. Advent werden zwei Ausgaben jährlich mit größerem Umfang erstellt und von unserem Helferkreis in Leutkirch verteilt; parallel dazu erscheint weiterhin eine vierwöchige Ausgabe, die in unseren Kirchen, Einrichtungen und Leutkircher Geschäften ausliegen soll. Das ist nur ein Schritt. Das Reden über Kirche ist mehr und beginnt vor allem nicht beim „Schwätzen“ darüber, sondern ist in der Lebenseinstellung sichtbar, mit der viele Christen in Leutkirch das Leben in Kirche und Stadt mitgestalten. Ob beim Rosenkranz oder beim Arbeitskreis Asyl, beim Sternsingen oder bei der OASE beim Leutkircher ALSOFestival. Alle geben Kirche ein Gesicht. Und ihre Geschichten sollen in der neuen Leutekirche zu lesen sein. Wir sind gespannt darauf!
Pastoralreferent Benjamin Sigg
Bild: Martha Gahbauer; In: Pfarrbriefservice.de

 
 
 

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